Gesetzlich geregelt: Rauchen im Wald

Eine brennende Zigarette in einer Hand vor Waldkulisse (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Eine brennende Zigarette in einer Hand vor Waldkulisse

Etwa ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland raucht, auch bei Spaziergängen in der Natur. Auf die zumeist bekannten gesundheitlichen Folgen des Rauchens gehen wir hier bewusst nicht ein. Einige Raucher*innen versuchen, rücksichtsvoll zu sein, indem sie Taschenaschenbecher nutzen und Zigarettenstummel nicht in der Natur entsorgen. Ein guter Gedanke! Aber was jedoch oft unbekannt ist: Rauchen ist im Wald generell gesetzlich verboten.


Entgegen der weit verbreiteten Annahme gilt das Rauchverbot nicht nur bei hoher Waldbrandgefahr. In mehreren Bundesländern, darunter Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen, besteht ein ganzjähriges Rauchverbot im Wald. In Sachsen ist dies im Waldgesetz eindeutig geregelt. Nach § 15 des Sächsischen Waldgesetzes ist das Rauchen sowie das Entzünden von Feuer im Wald und in einem Umkreis von weniger als 100 Metern verboten. Ebenso dürfen brennende oder glimmende Gegenstände nicht weggeworfen werden.
Verstöße können erhebliche Konsequenzen haben. Schon das Anzünden einer Zigarette im Wald kann mit einem Bußgeld von etwa 80 bis 100 Euro geahndet werden. Wird dadurch eine konkrete Brandgefahr verursacht, greift zudem § 306f des Strafgesetzbuches. In solchen Fällen drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. Dabei reicht bereits die potenzielle Brandgefahr aus, ein tatsächlicher Brand muss nicht entstehen.
Wie notwendig diese Regelungen sind, zeigen die Zahlen. Im Jahr 2024 wurden bundesweit 563 Waldbrände registriert, bei denen rund 334 Hektar Wald zerstört wurden. Ein großer Teil dieser Brände geht auf menschliches Fehlverhalten zurück.
Auch die aktuell sehr im Trend liegenden E-Zigaretten und Vapes sind nicht harmlos. Zwar entsteht kein offenes Feuer, doch die enthaltenen Lithium-Ionen-Batterien stellen ein ernstzunehmendes Brandrisiko dar, insbesondere wenn defekte oder leere Geräte achtlos in der Natur oder in öffentlichen Mülleimern entsorgt werden.
Unsere Wälder sind wertvolle Lebensräume, speichern Wasser, kühlen die Umgebung und binden CO₂. Ein Moment der Unachtsamkeit kann erhebliche Schäden verursachen. Naturschutz beginnt im Alltag und bedeutet manchmal auch Verzicht. Wer die Natur genießen möchte, sollte sie nicht gefährden.

Autor*in: Caro Rackwitz