Teamwork im Winter

Eine große Gruppe von Krähen sammelt sich in Baumwipfeln (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Eine große Gruppe von Krähen sammelt sich in Baumwipfeln

Gerade in schweren Zeiten ist die Unterstützung von anderen sehr wichtig. Deshalb setzten Tiere besonders im Winter auf Teamwork. 

Winter ist eine harte Zeit für Tiere. Es ist kalt, dunkel und sie finden kaum noch etwas zu fressen. Deshalb haben sie verschiedene Strategien entwickelt, um diesen Widrigkeiten zu trotzen. Eine davon ist das Bilden von Gruppen. Gruppenbildung hat für Tiere generell viele Vorteile. Im Winter greifen allerdings noch mehr von Ihnen auf diese Strategie zurück.

 

Vögel 
In den Wintermonaten kann man oft große Gruppen von Krähen und Dohlen sehen, die sich v.a. gegen Abend zusammenfinden. Die Vögel kommen aus nördlicheren Regionen zu uns, um hier zu überwintern. Dabei machen sie sich die Vorteile der bis zu 1000 Tiere großen Gruppe zu nutze. Durch diese sind sie besser vor Feinden geschützt, können sich über gute Nahrungsstellen austauschen und sich gegenseitig wärmen. Generell sind sie sehr soziale Tiere mit einer komplexen Gruppendynamik. So entsteht in jeder Gruppe eine Hierarchie und dominantere Tiere bekommen die besten Plätze ab. Die Versammlungsorte sind dabei oft in Stadtnähe, da es dort wärmer und windgeschützt ist. Außerdem finden die Vögel durch die zahlreichen Abfälle dort reichlich Nahrung.
Auch Gartenbaumläufer bilden im Winter Schlafgemeinschaften von bis zu 20 Tieren und schlafen zusammen in kleinen Höhlen, obwohl sie eigentlich Einzelgänger sind. In der Gruppe können sie sich gegenseitig wärmen und dadurch Energie sparen. Das ist überlebenswichtig, da besonders kleine Vögel sehr viel Energie verbrauchen, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Sie können in einer einzigen Winternacht bis zu 10% ihres Körpergewichtes verlieren! Weshalb auch Vögel wie Zaunkönige und Wintergoldhähnchen auf diese Strategie zurückgreifen.

 

Bienen
Honigbienen leben bekanntlich in Schwärmen und profitieren so das ganze Jahr von ihrer Gemeinschaft. Um den Winter zu überstehen haben sie allerdings eine besondere Methode entwickelt. Sie bilden eine sogenannte Wintertraube. Dabei befindet sich die Bienenkönigin in der Mitte und die anderen Bienen bilden eine Kugel um sie herum. Die äußeren Bienen erzeugen dabei Wärme durch Vibration, sodass in der Mitte eine Temperatur von min. 25°C herrscht. Dabei tauschen die Bienen regelmäßig ihre Plätze, sodass sich die Bienen außen auch mal innen wärmen können.

 

Fledermäuse
Fledermäuse halten Winterschlaf, aber nicht allein. Sie hängen in großen Gruppen gemeinsam in Höhlen kopfüber von der Decke, um sich gegenseitig zu wärmen. Dabei ist es wichtig die Fledermäuse nicht zu stören, da sie bei Störungen ihren Stoffwechsel wieder hochfahren, was viel Energie braucht und zum Tod der Tiere führen kann.  

 

Fazit
Viele Tiere meistern den Winter am besten gemeinsam. Denn in der Gruppe kann man sich gegenseitig wärmen, ist besser vor Feinden geschützt und kann Wissen besser weitergeben.  


Autorin: Laura Glässer FÖJlerin der Auwaldstation