Gefährliche Freude

Gefährliche Freude (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Gefährliche Freude

Kaum ist Weihnachten vorbei, steht Ostern schon wieder vor der Tür. Die Eier werden gefärbt, Osternester gefüllt und vielerorts auch Osterfeuer entzündet, doch diese sind für viele Tiere und die Natur eine große Gefahr.

 

Viele Tiere wie Igel, Spitzmäuse, verschiedene Amphibien und Vögel nutzen Holz- und Reisighaufen als Versteckmöglichkeiten. Der Siebenschläfer hält dort zum Beispiel noch bis Mai Winterschlaf. Die Holzhaufen für Osterfeuer werden allerdings meist schon einige Zeit vor Ostern angelegt, auch in diesen Holzhaufen verstecken sich daher oft Tiere. Wird das Osterfeuer dann entzündet sterben viele Tiere einen qualvollen Tod. Der Rauch, der durch diese Tradition entsteht, ist zudem für Mensch, Tier und das Klima sehr schädlich. So entstehen durch Osterfeuer jedes Jahr ca. 1200 t gesundheitsschädlicher Feinstaub und erhebliche Mengen von klimaschädlichen Emissionen. Außerdem steigt durch Osterfeuer die Waldbrandgefahr. 

 

Möchte man nicht auf diese Ostertradition verzichten, sollte man einige Dinge beachten. Holzhaufen sollten erst kurz vor dem Anzünden aufgeschichtet werden, sodass sich dort in der Zwischenzeit keine Tiere einquartieren können. Liegt der Holzhaufen schon länger, sollte man ihn vorsichtig umschichten, damit Tiere, die sich dort eventuell aufhalten, rechtzeitig die Flucht ergreifen können. Brüten bereits Vögel im Reisighaufen, darf man das Nest nicht umsetzen und anschließend den Haufen abbrennen. Dieser Haufen darf dann nicht verbrannt werden! Generell sollte man nur trockenes und unbehandeltes Holz verwenden, um die Rauchentwicklung zu minimieren. Möchte man den Tieren etwas Gutes tun, kann man Schnittreste und Gestrüpp einfach im Garten liegen lassen (und nicht anzünden). So werden sie zu einem wichtigen Lebensraum für viele Kleinsäuger und Vögel. 

 

Osterfeuer sind eine für uns schöne Tradition, die für die Natur allerdings viele negative Auswirkungen hat. Darum sollte man einige Dinge beachten, um die Schäden für die Natur so gering wie möglich zu halten. Allgemein sollten Traditionen nicht über Tierwohl und der Natur stehen. 

 

Autorin: Laura Glässer – FÖJlerin bei der Auwaldstation