Hundehaare gehören nicht in die Natur
Viele Hundebesitzer*innen meinen es gut, wenn sie die ausgekämmten Haare der geliebten Fellnasen im Wald oder Park liegen lassen, schließlich könnten Vögel das Fell doch als weiches Nistmaterial nutzen. Doch genau das kann für Wildtiere zum Problem werden.
Hundehaare zersetzen sich nur sehr langsam und bergen Gefahren für Vögel und andere Tiere. Zwar nutzen Vögel durchaus einzelne Haare von Wildtieren zum Nestbau. Problematisch wird es aber, wenn sie ganze Fellbüschel finden und diese in großer Menge in die Nester einbauen. Jungvögel können sich in langen Haaren verfangen, verletzen oder sich sogar strangulieren.
Besonders kritisch ist zudem, dass viele Hunde mit Floh- und Zeckenschutzmitteln behandelt werden. Rückstände dieser Mittel können über die empfindliche Haut von den noch unbefiederten Nestlingen aufgenommen werden und ihnen schaden.
Auch wenn Hundehaare natürlich wirken, gelten sie nicht als „willkommenes Naturmaterial“, sondern als Abfall. Vogelnester bestehen aus Gräsern, Moosen, Flechten, Zweigen, Pflanzenfasern und Federn, die den Jungvögeln Schutz und Wärme bieten. Zusätzliche Hundehaare sind dafür nicht nötig. Naturschutzverbände und Forstämter empfehlen daher eindeutig, ausgekämmtes Fell im Restmüll zu entsorgen.
Wer die Tierwelt schützen möchte, kann stattdessen auf naturnahe Gärten, heimische Sträucher und ruhige Brutplätze achten. Schon kleine Rücksichtnahmen helfen dabei, unsere heimischen Wildtiere sicher durch die Brutzeit zu bringen.
Text Enie Herwig, FÖJlerin der Auwaldstation