Europäische Fledermausnacht

Großer Abendsegler an einem Baumstamm, Foto von Mnolf auf Wikimediacommons CC3.0 (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Großer Abendsegler an einem Baumstamm, Foto von Mnolf auf Wikimediacommons CC3.0

Die Europäische Fledermausnacht findet jedes Jahr Ende August statt und ist ein internationaler Aktionstag, der auf die Bedeutung und den Schutz von Fledermäusen aufmerksam macht. Auch in der Auwaldstation Leipzig wird dieser Anlass regelmäßig genutzt, um über die Lebensweise dieser Tiere sowie ihre Rolle im Ökosystem zu informieren.

Fledermäuse übernehmen wichtige Funktionen in der Natur. Als Insektenfresser tragen sie dazu bei, Bestände von vielerlei Insekten zu regulieren. Dadurch leisten sie einen Beitrag zum natürlichen Gleichgewicht und wirken indirekt auch auf die Gesundheit von Wäldern und Gewässern. Gleichzeitig gelten Fledermäuse als wichtige Bioindikatoren: Da sie empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren und auf intakte Lebensräume mit einem reichen Insektenangebot angewiesen sind, geben ihre Bestände wertvolle Hinweise auf den Zustand unserer Natur.

Viele Fledermausarten sind jedoch gefährdet. Ursachen dafür sind unter anderem der Verlust von Quartieren (z. B. durch Abholzung oder Gebäudesanierung), die intensive Landnutzung, der Rückgang von Insekten sowie künstliche Beleuchtung. Alle Fledermausarten sind in Deutschland laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Sie dürfen in keiner Weise gestört oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden. Die Fledermausnacht dient daher auch dazu, auf diese Problematik aufmerksam zu machen und Möglichkeiten zum Schutz der Tiere aufzuzeigen.

In Leipzig konnten 16 der insgesamt 22 in Sachsen vorkommenden Arten nachgewiesen werden. Dazu zählt unter anderem der Große Abendsegler, eine der größten heimischen Fledermäuse, die oft schon in der Dämmerung in großer Höhe auf Jagd geht. Die Zwergfledermaus ist dagegen sehr klein, aber besonders anpassungsfähig und häufig auch in der Nähe von Menschen zu finden. Die Wasserfledermaus hat sich auf die Jagd über Gewässern spezialisiert und kann Insekten direkt von der Wasseroberfläche aufnehmen. Die Rauhautfledermaus gehört zu den wandernden Arten und legt weite Strecken zwischen Sommer- und Winterquartier zurück. Die Breitflügelfledermaus fliegt vergleichsweise langsam und ist gut darin, auch größere Insekten zu erbeuten. Der strukturreiche Auwald mit alten Baumbeständen sowie die Nähe zu Gewässern bieten ihnen sowohl wertvolle Quartiere als auch Jagdgebiete.

Die Europäische Fledermausnacht lenkt den Blick auf eine oft wenig beachtete Tiergruppe und macht ihre ökologische Bedeutung deutlich. Sie trägt dazu bei, Wissen über Fledermäuse zu verbreiten und ein Bewusstsein für den Schutz ihrer Lebensräume zu schaffen.

 

Text: Enie Herwig