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Streusalz? Nein, danke!

Verschneite Straße (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Verschneite Straße

Die Kinder freuen sich, Winterdienst und Anwohner ächzen. Es schneit, und zwar nicht nur ein bisschen. Das bedeutet Rodeln und Schneeballschlachten, aber auch, dass Gehwege und Straßen geräumt werden müssen. Aber bitte nicht mit Streusalz, denn das hat viele negative Folgen.

 

Negative Folgen

Streusalz schadet der Natur. Die Pflanzen am Straßenrand können durch direkten Kontakt mit dem Salz Kontaktschäden wie Verätzungen erleiden. Zudem sickert das Salz zusammen mit dem Schmelzwasser in den Boden. Ein zu hoher Salzgehalt im Boden führt dazu, dass andere Nährstoffe schneller ausgewaschen werden und die Pflanzen Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen können. Besonders Alleenbäume wie Linde, Ahorn und Rosskastanie sind salzempfindlich und deshalb besonders gefährdet. Bei Bäumen kann es durch den zu hohen Salzgehalt zudem zum Absterben der Feinwurzeln kommen, wodurch die wichtige Symbiose mit den Mykorrhiza-Pilzen an den Wurzeln der Bäume leidet. Dadurch können die Bäume Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen, werden anfälliger für Krankheiten und Pilze und sterben schneller ab.

Auch für den Boden ist Streusalz ein Problem, denn dadurch kommt es zur sogenannten Verschlämmung, wodurch obere Bodenschichten schlechter durchlüftet werden und der Boden Wasser schlechter aufnehmen und speichern kann. Außerdem schadet Streusalz Bodenorganismen und kann durch Regenfälle ins Grundwasser gelangen. Auch Haustiere leiden unter dem Einsatz von Streumitteln, denn ihre Pfoten können sich dadurch entzünden. Streusalz hat aber nicht nur negative Auswirkungen auf die Natur, es führt auch zu Korrosionsschäden an Autos und Bauwerken.

 

Gesetzliche Situation

In Deutschland gilt eine gesetzliche Räumpflicht bis 7 Uhr morgens. Der Einsatz von Streusalz ist in den meisten Gemeinden, auch in Leipzig, allerdings verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Streusalz darf nur in Ausnahmefällen, wie bei Blitzeis oder an besonders gefährlichen Stellen wie Treppen, verwendet werden.

 

So geht’s richtig:

Den Schnee am besten gleich mit Schippe und Besen entfernen, denn je länger er liegt, desto mehr wird er festgetreten und das Schneeschippen wird noch anstrengender. Ist es nach diesem Morgensport noch rutschig, sollte man salzfreie, abstumpfende, mit dem Blauen Engel zertifizierte Streumittel wie Sand, Splitt und Granulat verwenden. Dabei gilt: so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich streuen. Nach der Schneeschmelze die Streumittel am besten wieder zusammenkehren und beim nächsten Mal wiederverwenden. Das spart Geld und hilft der Natur.

 

Fazit

Der Einsatz von Streusalz ist zu Recht verboten, denn er hat viele negative Folgen für Pflanzen, Böden, Gewässer und Gebäude. Der Schnee sollte am besten schnellstmöglich weggeschippt werden. Wenn nötig, können dann noch Streumittel verwendet werden, die mit dem Blauen Engel zertifiziert sind. So kommen alle sicher an und die Natur leidet nicht darunter.

 

Autor*in: Laura Glässer