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Wie schützen sich Tiere vor der Kälte?

Eine Stockente läuft über eine zugefrorene Wasserfläche (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Eine Stockente läuft über eine zugefrorene Wasserfläche

Wenn der Winter kommt, stellt er Tiere vor große Herausforderungen: Kälte, Eis und knappe Nahrung. Doch die Natur hat beeindruckende Lösungen hervorgebracht. Tiere nutzen raffinierte Strategien, um die frostige Jahreszeit zu überstehen. 
Eine der wichtigsten Waffen gegen Kälte ist Luft. Sie leitet Wärme schlecht und wirkt daher als perfekter Isolator. 
Bei Vögeln schützt das dichte Federkleid der daheimgebliebenen Vögel zuverlässig vor dem Auskühlen. Zwischen den einzelnen Federn liegen Luftschichten, die wie eine isolierende Decke wirkt. Wenn Vögel sich aufplustern, vergrößern sie diese Luftpolster. Wasservögel wie Enten besitzen zusätzlich wasserabweisende Federn, die durch die Bürzeldrüse eingefettet werden. Doch nicht nur das schützt die Enten vor Kälte. Sie können scheinbar mühelos auf Eis stehen und das ohne zu frieren. In den Beinen der Vögel befindet sich ein sogenanntes Wundernetz aus sehr feinen Blutgefäßen. Warmes Blut wird in den Füßen auf etwa 6 Grad Celsius abgekühlt. Das Eis schmilzt nicht und der Vogel verliert kaum Körperwärme. 
Auch Säugetiere setzen auf Luft, allerdings zwischen den Haaren. Der Fischotter besitzt eines der dichtesten Felle im Tierreich mit bis zu 50 000 Haare pro Quadratzentimeter. Feldhasen bilden zusätzliche Wollhaare, die ein isolierendes Luftpolster entstehen lassen. 
Manchmal hilft Technik allein nicht und dann zählt Nähe. Wildschweine rotten sich im Winter eng zusammen. Manche Vögel wie Zaunkönige oder Wintergoldhähnchen bilden gemeinsame Schlafplätze. So wird Kuscheln zur Überlebensstrategie. Je mehr Körperwärme geteilt wird, desto geringer ist der Energieverlust. 
 

Viele Insekten überwintern nicht als ausgewachsene Tiere, sondern als Larven oder Puppen. Bei Wespen und Hornissen stirbt das gesamte Volk. Nur die Königin überlebt den Winter. Honigbienen gehen einen anderen Weg. Sie überwintern gemeinsam im Stock. Durch das Zittern ihrer Brustmuskulatur erzeugen sie Wärme. Jede Biene kann für 30-40 Minuten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erzeugen. Interessant zu wissen, ein kalter, trockener Winter ist für Bienen besser als ein feuchter und warmer. 
Der Zitronenfalter besitzt ein echtes biologisches Frostschutzmittel. Er lässt fast alles Wasser aus seinem Körper ab, das nicht unbedingt nötig ist und lagert sein körpereigenes Frostschutzmittel, Glyzerin ein. Dadurch gefrieren die restlichen Körperflüssigkeiten nicht. So kann er Temperaturen von bis zu -20 Grad Celsius überstehen. 
Ob Luftpolster, Fett, Fell, Frostschutz oder Kuscheln. Tiere haben erstaunliche Wege gefunden, um den Winter zu überleben. Ihre Strategien zeigen, wie perfekt Anpassung funktionieren kann und wie wichtig selbst unsichtbare Helfer wie Luft oder Nähe sind. 
Autor*in: Enie Herwig, FÖJlerin bei der Auwaldstation


Quellen:
https://www.wald.de/warum-tiere-nicht-im-winter-frieren/
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/vogelkunde/gut-zu-wissen/10443.html