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Tier des Monats April - Die Gemeine Florfliege

Gemeine Florfliege auf einer Blüte, Foto von Marjon Besteman auf Pixabay (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Gemeine Florfliege auf einer Blüte, Foto von Marjon Besteman auf Pixabay

Jeden Monat möchten wir euch ein heimisches Tier aus dem Leipziger Auwald vorstellen. Die Mitarbeitenden der Auwaldstation haben zahlreiche Vorschläge gesammelt und im Team für zwölf Tiere im Jahr 2026 abgestimmt. So sind unsere „Tiere des Monats” entstanden. Freut euch auf spannende Fakten jeden Mittwoch in den sozialen Medien und am Ende jedes Monats als Artikel auf unserer Website.
 

Die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) hat metallisch glänzende Facettenaugen und durchsichtige, grazile Flügelchen, durch die ihre Zugehörigkeit zu den Netzflüglern gut erkennbar ist. Außerdem besitzt sie einen schlanken Körper, der im Sommer grünlich-gelb und im Herbst eher bräunlich-rötlich gefärbt ist. Ihre Flügel sind dabei mindestens doppelt so lang wie der Körper und ihre langen Fühler nutzt sie als Tastorgane. 

 

Florfliegen ernähren sich von Pollen, Nektar und Honigtau und tragen somit zur Bestäubung von Pflanzen bei. Sie sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv und verstecken sich tagsüber mit zusammengeklappten Flügeln auf der Blattunterseite von Pflanzen. Die Weibchen der Florfliegen legen 100 bis 900 Eier, die in die Nähe von Blattlauskolonien, die an Eistielen sitzen. Nach dem Schlüpfen häuten sich die Larven zuerst und klettern dann auf der Suche nach Nahrung die Pflanze hinab. Dabei laufen sie ziellos umher und schwenken ihren Kopf, bis ihr Kiefer ein Beutetier berührt und sie zuschnappen. Die Larven der Florfliege haben einen langgestreckten Körper mit seitlichen Borsten, aber noch keine Flügel. Sie ernähren sich räuberisch von kleinen Raupen, Spinnmilben, Wollläusen und vor allem von Blattläusen. Von diesen fressen sie bis zu 100 Stück am Tag, weshalb sie auch „Blattlauslöwen“ genannt werden. Da die Larven so viele Blattläuse fressen, werden sie als Nützlinge in der Land- und Forstwirtschaft zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt und dafür gezüchtet. Nach 8 bis 22 Tagen sind die Larven ausgewachsen, verpuppen sich und schließlich schlüpft die erwachsene Florfliege mit Flügeln. 

 

Erwachsene Florfliegen können Ultraschall wahrnehmen. Sie legen dann ihre Flügel an und lassen sich zu Boden fallen. So können sie Fledermäusen entkommen, die ihre Beute über Ultraschall orten. Florfliegen kommen weltweit außer in Australien vom Flachland bis in höhere Lagen vor. In Deutschland gibt es fast 35 Arten, weltweit sind es über 2.000. Ihre Populationszahl ist in Deutschland allerdings kaum untersucht. So fand man beispielsweise erst Anfang der 2000er Jahre heraus, dass sich hinter der Gemeinen Florfliege mehrere sehr ähnliche Kleinarten verbergen. Etwas Gutes für die Florfliege zu tun, ist gar nicht schwer: Weißdorn und Hecken im Garten können den Fliegen tagsüber als Verstecke dienen. Außerdem kann man an trockenen Orten mit Holzspänen und Kiefernzapfen Überwinterungsplätze für sie schaffen. Oft flüchten sich die Fliegen im Winter auch in Wohnungen und verstecken sich hinter Jalousien und Vorhängen, auf Dachböden sowie in Garagen und Kellern. Da sie völlig harmlos sind, kann man ihnen im Winter einfach Asyl gewähren. Im Sommer verschwinden sie von ganz allein wieder.


Text Laura Glässer