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Tier des Monats Mai - Der Rotfuchs

Ein Rotfuchs läuft am Rand eines Gewässers entlang. Foto: Auwaldstation Leipzig (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Ein Rotfuchs läuft am Rand eines Gewässers entlang. Foto: Auwaldstation Leipzig

Jeden Monat möchten wir euch ein heimisches Tier aus dem Leipziger Auwald vorstellen. Die Mitarbeitenden der Auwaldstation haben zahlreiche Vorschläge gesammelt und im Team für zwölf Tiere im Jahr 2026 abgestimmt. So sind unsere „Tiere des Monats” entstanden. Freut euch auf spannende Fakten jeden Mittwoch in den sozialen Medien und am Ende jedes Monats als Artikel auf unserer Website.

 

Rotfüchse (Vulpes vulpes) tragen ihren Namen nicht ohne Grund, denn ihr Fell ist orange bis rotbraun. Hals, Brust, Bauch und Schwanzspitze sind weiß, während die Beine und die Rückseiten der Ohren schwarz gefärbt sind. Im Laufe des Jahres verändert der Fuchs außerdem sein Aussehen: Der lange, dichte Winterpelz ist deutlich dunkler als das leuchtend rote Sommerfell.
Der Rotfuchs verfügt über eine große Vielfalt an Lauten, mit denen er kommuniziert. Von Dezember bis Februar, während der Paarungs- und Ranzzeit, ist häufig das sogenannte Ranzbellen zu hören. Mit einem hohen Winseln unterwerfen sich rangniedere Tiere, während sich Füchse untereinander mit leisen und kurzen Lauten begrüßen. Droht Gefahr, warnen sie sich mit einem lauten, langgezogenen Bellen.
Rotfüchse sind jedoch nicht nur äußerst stimmgewandt, sondern auch sehr anpassungsfähig. Dadurch besitzen sie ein flexibles Sozialsystem. Man trifft sie als Einzelgänger, in Paaren oder in Familiengruppen an. Meist besteht eine Familie aus einem Elternpaar und den Welpen des aktuellen Jahres, manchmal gehören auch noch Jungtiere aus dem Vorjahr dazu.
Am häufigsten begegnet man Füchsen in der Dämmerung oder nachts. Während der Jungenaufzucht lassen sie sich jedoch auch tagsüber beobachten. Bei der Wahl ihres Lebensraums sind Füchse wenig wählerisch. Neben Wäldern besiedeln sie vor allem offene und halboffene Landschaften. Dort jagen sie hauptsächlich kleine Nagetiere, fressen aber auch Früchte, Hühnervögel, Reptilien, große Insekten und junge Hasen. Kleine Gehölze im Offenland bieten ihnen dabei geeignete Verstecke.
Im März oder April werden meist drei bis sechs Jungfüchse geboren, die sowohl von der Mutter als auch vom Rüden versorgt werden. Nach etwa zwei Wochen öffnen die Jungen ihre Augen, und nach vier Wochen wagen sie erste Ausflüge aus dem Bau. Mit ungefähr drei Monaten erkunden sie selbstständig das Revier der Eltern. Nach fünf bis sechs Monaten lösen sie sich meist von der Familie, manche jedoch erst im folgenden Winter oder Frühjahr.
Ihre Baue graben Füchse oft nicht selbst. Stattdessen übernehmen sie verlassene Höhlen von Dachsen oder Kaninchen und erweitern diese. Ist ein Bau groß genug, können sogar Wohngemeinschaften entstehen. Meist gibt es einen Hauptbau mit Wohnkammer und Wurfkessel sowie einen Nebenbau. Ob ein Bau bewohnt ist, verrät häufig der typische Fuchsgeruch durch Urinmarkierungen.
Inzwischen leben Rotfüchse auch in vielen Städten. Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit können sie sich schnell auf neue Lebensräume einstellen. Besonders die Nahrungssuche ist im urbanen Raum einfach, denn Mäuse, Ratten und Essensreste bieten ein reiches Angebot. Teilweise finden Füchse in Städten sogar bessere Bedingungen als in intensiv genutzten Agrarlandschaften.
In Deutschland sind Füchse nicht bedroht und gelten vielmehr als Gewinner unserer Kulturlandschaft. Dennoch werden sie intensiv bejagt, um Feldhasen und Wiesenvögel zu schützen. Krankheiten wie Staupe oder Räude haben allerdings einen großen Einfluss auf den Fuchsbestand.