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Die natürlichen Grenzen der Erde: der Earth Overshoot Day

Wald im Morgenlicht, Foto von Mario auf Pixabay (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Wald im Morgenlicht, Foto von Mario auf Pixabay

Stellt euch vor, euer Jahreseinkommen ist ab Mai aufgebraucht und ihr müsst den Rest des Jahres auf Kredit leben. Genauso geht es der Erde. Denn wir verbrauchen viel mehr Ressourcen als in einem Jahr nachwachsen können und leben so ökologisch gesehen einen großen Teil des Jahres auf Kredit. Ab wann genau, sagt uns der Earth-Overshoot-Day.

Der Earth-Overshoot-Day bezeichnet den Tag, an dem alle natürlichen regenerativen Ressourcen aufgebraucht sind, die auf der Erde innerhalb eines Jahres ersetzt werden können. Das allgemeine Datum wird jährlich am Welt-Umwelt-Tag (5. Juni) vom Footprintnetwork bekanntgegeben, im Jahr 2025 fiel es auf den 24. Juli.

Für einzelne Länder gibt es jedoch auch einzelne Overshoot-Days: Diese kennzeichnen den Tag, an dem die jährlich verfügbaren Ressourcen aufgebraucht wären, wenn die ganze Menschheit so leben würde wie die Menschen in diesem Land. Für Deutschland liegt dieses Datum 2026 auf dem 10. Mai. Das heißt, wenn alle Menschen so viele Ressourcen verbrauchen würden, wie die Menschen in Deutschland, bräuchten wir etwa 2,8 Erden, um diesen Verbrauch langfristig zu ermöglichen.

Am schlechtesten schneidet im Länder-Ranking Katar mit 10 Erden ab (Overshoot-Day am 4. Februar 2026), am besten Bangladesch mit 0,46 Erden (kein Overshoot-Day). Auch die EU hat im Durchschnitt einen eigenen Overshoot-Day, den 3. Mai, womit sie etwa 3 Erden beansprucht.

Berechnet wird der Overshoot-Day mithilfe der Einheit globaler Hektar(gha): eine Fläche von einem Hektar mit der weltweit durchschnittlichen biologischen Produktivität. Die globale Biokapazität entsprach 2024 etwa 1.48 gha pro Person.

Es gibt jedoch nicht nur schlechte Neuigkeiten: der Earth-Overshoot-Day hält sich in den letzten 10 Jahren auf etwa einem Niveau, es gibt keinen erkennbaren Anstieg mehr. Das könnte bedeuten, dass sich ein Wendepunkt zeigen wird, wenn weiterhin alles dafür getan wird, Ressourcen zu sparen und ökologisch zu denken.

Auch als Einzelperson kann viel dafür getan werden, dass der eigene Haushalt und die Community nachhaltiger werden: das Vermeiden von Fleischkonsum, Fliegen und Auto fahren zählen zu den wichtigsten Punkten.

Am meisten Verantwortung tragen jedoch Regierungen und Großkonzerne, Nachhaltigkeit zu fördern. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Einzelpersonen das von diesen auch fordern.

 

Autor: Hannes Wolf