Gefährliche Wanderung
Im Frühjahr wandern Frösche, Kröten, Unken und Molche aus ihren Winterverstecken zu ihren Laichgewässern, um dort ihre Eier zu legen. Sobald die Temperaturen über 5 °C steigen und auch die Nächte milder werden, wachen sie aus ihrer Winterstarre auf und wandern los. Dies machen sie meist nachts, da dann die Luftfeuchtigkeit höher ist. Das Ziel der Amphibien ist dabei jedes Jahr dasselbe, nämlich das Gewässer, in dem sie sich selbst entwickelt haben. Dabei müssen sie teilweise mehrere Kilometer zurücklegen, die mit zahlreichen Gefahren gespickt sind. Diese müssen sie im Herbst erneut überwinden, da sie dann von ihren Laichgewässern wieder in ihre Winterquartiere wandern.
Eine der größten Gefahren sind Straßen, die ihre Wanderrouten durchziehen. Auf diesen werden sie teilweise durch dem Strömungsdruck der schnell vorbeifahrenden Autos tödlich verletzt oder massenhaft überfahren, da die Tiere oft in großen Zügen wandern und nur sehr langsam vorankommen. Erdkröten brauchen, um eine normale Straße zu überqueren zum Beispiel ca. 15 min., Wenn die Weibchen die Männchen auf dem Rücken tragen, brauchen sie sogar noch länger! Eine weitere Gefahr stellen zu hohen Stufen, nicht abgedeckte Gullys oder Lichtschächte dar. In diese fallen sie hinein und kommen nicht mehr heraus. Dort verhungern oder vertrocknen sie dann. Auch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet die Bestände.
Wir sind zwar für die Gefahren verantwortlich, aber wir können auch etwas tun, um den Tieren zu helfen. An durch entsprechenden Schildern markierten Straßen sollte man nicht schneller als 30km/h fahren. Offene Gullys und Lichtschächte kann man einfach mit einem Netz abdecken und zu hohe Stufen mit Zwischenstufen verringern und so die Gefahr bannen. Damit die Tiere gar nicht erst auf die Straße hüpfen, gibt es Amphibienschutzzäune. Diese sind ca. 40 cm hoch und verlaufen an besonders gefährdeten Straßen. Die Amphibien fallen an den Zäunen dann in Eimer, die im Boden eingegraben sind. In diesen Eimern werden sie dann von Freiwilligen über die Straße getragen und auf der anderen Seite wieder ausgesetzt. Dabei werden die Tiere auch oft noch gezählt und die Art bestimmt, um ihre Bestände zu dokumentieren. Für diese Arbeiten kann man sich auch ehrenamtlich in Regionalgruppen engagieren. Diese Schutzzäune werden auch im Herbst benötigt, wenn die Tiere wieder zu ihren Winterverstecken wandern, allerdings fehlt dann oft eine Finanzierung. Neben diesen nur temporären Zäunen helfen ihnen auch Wildtiertunnel, die unter Straßen hindurchführen.
Text: Laura Glässer, FÖJlerin der Auwaldstation

