Tier des Monats Juni - Der Zwergtaucher
Jeden Monat möchten wir euch ein heimisches Tier aus dem Leipziger Auwald vorstellen. Die Mitarbeitenden der Auwaldstation haben zahlreiche Vorschläge gesammelt und im Team für zwölf Tiere im Jahr 2026 abgestimmt. So sind unsere „Tiere des Monats” entstanden. Freut euch auf spannende Fakten jeden Mittwoch in den sozialen Medien und am Ende jedes Monats als Artikel auf unserer Website.
Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) hat zwei Erscheinungsbilder: Im Prachtkleid ist sein Gefieder dunkelbraun bis schwarz, die Halsseiten und Flanken sind kastanienbraun und in den Schnabelwinkeln befindet sich ein gelber Fleck. Im Schlichtkleid verschwindet dieser Fleck wieder und das Gefieder ist am ganzen Körper unauffällig braun gefärbt. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum voneinander zu unterscheiden.
Trotz ihrer modischen Wandelbarkeit sind Zwergtaucher sehr scheu und verstecken sich meist in der Ufervegetation. Droht Gefahr, tauchen sie ab und warnen ihre Artgenossen, indem sie mit den Hinterfüßen Wasser aufspritzen. Zwergtaucher bauen Schwimmnester, die sich gut versteckt im Flachwasserbereich zwischen der Vegetation befinden. Verlässt ein Altvogel kurzzeitig das Nest, deckt er es mit Pflanzen ab, damit Feinde es nicht entdecken.
Während der Brutzeit von April bis Juli geben Frau und Herr Zwergtaucher trillernde Rufe von sich, um zueinanderzufinden und ihr Revier zu verteidigen. Kommen sich zwei Paare zu nah, kommt es zu heftigen Revierkämpfen auf und unter Wasser. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Küken. Kurz nach dem Schlüpfen werden sie manchmal von ihren Eltern auf dem Rücken getragen. Die Küken sind Nestflüchter, können also direkt schwimmen und tauchen, werden aber noch etwa sechs Wochen von ihren Eltern gefüttert. In dieser Zeit beginnt das Zwergtaucher-Paar allerdings meist schon mit der Zweitbrut. Wie ihr Name bereits vermuten lässt, sind Zwergtaucher ausgezeichnete Taucher und erbeuten ihre Nahrung unter Wasser. Dazu gehören Insekten, Insektenlarven, kleine Fische, Weichtiere und Krebse. In der Brutzeit bewohnen Zwergtaucher stehende Gewässer mit viel Ufervegetation. Außerhalb der Brutzeit sind sie auch an Fließgewässern mit weniger Vegetation zu finden. Zwergtaucher gehören zur Familie der Lappentaucher. Sie besitzen also keine Schwimmhäute zwischen den Zehen, sondern lappenartige Fortsätze, wodurch sie sich deutlich von Entenvögeln unterscheiden.
Aktuell gilt der Zwergtaucher in Deutschland nicht als gefährdet. Dennoch wird auch sein Lebensraum zunehmend knapp, da Kleingewässer verloren gehen oder verschmutzt werden. Besonders während der Brutzeit ist es wichtig, vegetationsreichen Uferbereichen nicht zu nahe zu kommen, um die Zwergtaucher nicht zu stören.

