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Besser Gießen – Wir klären vier Mythen rund ums Gießen

Ein Beet wird mit Hilfe einer Gießkanne gegossen, Foto: Auwaldstation (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Ein Beet wird mit Hilfe einer Gießkanne gegossen, Foto: Auwaldstation

Jetzt, wo die ersten heißen Tage hinter uns liegen, stellt sich nicht nur die Frage, wie wir Menschen ausreichend trinken und einen kühlen Kopf bewahren. Auch Pflanzen im Garten, auf dem Balkon oder in Baumscheiben brauchen jetzt besondere Aufmerksamkeit. Doch wie gießt man eigentlich richtig? Rund ums Gießen halten sich zahlreiche Mythen. Manche dieser Annahmen enthalten einen wahren Kern, andere sind längst widerlegt. Zeit also, die bekanntesten Gießmythen genauer unter die Lupe zu nehmen.


Mythos 1: Wer mittags gießt, verbrennt die Pflanzen
Dieser Mythos hält sich hartnäckig, stimmt aber nur eingeschränkt. Oft wird behauptet, dass Wassertropfen auf den Blättern wie kleine Brenngläser wirken und dadurch Verbrennungen verursachen. Unter normalen Bedingungen passiert das jedoch nicht. Ein solcher Effekt kann höchstens auftreten, wenn feine Blattbehaarung die Wassertropfen festhält. Trotzdem ist das Gießen zur Mittagszeit nicht ideal. Der Grund ist allerdings ein anderer, denn bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet viel Wasser, bevor es von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Deutlich effizienter ist es, früh am Morgen oder in den Abendstunden zu gießen. So gelangt mehr Wasser an die Wurzeln, wo es aufgenommen werden kann.


Mythos 2: Bei Hitze sollte möglichst oft gegossen werden
Klingt logisch, stimmt aber nicht unbedingt. Entscheidend ist beim Gießen weniger die Häufigkeit als vielmehr die Wassermenge. Statt jeden Tag nur ein wenig Wasser zu verteilen, ist es meist sinnvoller, seltener, dafür aber gründlich zu gießen. Nur wenn mit ausreichend Wasser gegossen wird, kann dieses in tiefere Bodenschichten vordringen. Häufiges oberflächliches Gießen befeuchtet dagegen nur die oberen Zentimeter des Bodens. Infolgedessen bilden Pflanzen überwiegend flache Wurzeln aus. Wer seine Pflanzen dagegen seltener, aber durchdringend wässert, fördert das Wachstum tieferer Wurzeln. Diese erreichen auch Bodenschichten, die länger feucht bleiben, und machen die Pflanzen insgesamt widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenperioden.


Mythos 3: Gegen trockene Böden lässt sich nichts tun
Das stimmt nicht. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens deutlich verbessern und das ganz ohne Torf. Auf torfhaltige Erde sollte unbedingt verzichtet werden, denn der Torfabbau zerstört Moore und setzt große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase frei. Eine nachhaltige Alternative ist die Anreicherung des Bodens mit Kompost oder anderem Humus. Zusätzlich helfen Mulchschichten aus Rasenschnitt, Laub oder Pflanzenresten, die auf der Erdoberfläche verteilt werden. Sie verringern die Verdunstung und sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt. So steht den Pflanzen mehr Wasser zur Verfügung und der Boden trocknet langsamer aus.


Mythos 4: Tiere finden überall Wasser
Das stimmt nur bedingt. Besonders Tiere in Städten und dicht besiedelten Gebieten finden während Hitze- und Trockenperioden nur schwer geeignete Wasserquellen. Flache Wasserschalen auf dem Balkon oder im Garten können deshalb Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren enorm helfen. Wichtig ist, das Wasser regelmäßig zu wechseln und die Gefäße sauber zu halten, damit sich Krankheitserreger nicht vermehren. Für Insekten sollten zudem Steine oder kleine Äste ins Wasser gelegt werden, damit sie sicher landen können, ohne zu ertrinken. 


Wer also bei Hitze an eine ausreichende Wasserversorgung denkt, hilft nicht nur seinen Pflanzen, sondern unterstützt auch die Tierwelt im eigenen Garten oder auf dem Balkon.
Text: Sara Richter, Praktikantin der Auwaldstation