Fledermauskästen – Wohnraum für die lautlosen Jäger der Nacht
Alte Bäume mit Höhlen und Spalten sowie geeignete Quartiere an Gebäuden werden immer seltener. Vor allem bei Gebäudesanierungen gehen viele Verstecke verloren. Fledermauskästen schaffen Ersatzquartiere als Tagesversteck, Wochenstube oder Ruheplatz und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Bis ein Kasten entdeckt und bezogen wird, kann allerdings etwas Zeit vergehen. Dennoch lohnt sich jede Unterstützung der Tiere und mit etwas Geduld wird man für seine gute Tat belohnt.
Material
Das Material spielt eine entscheidende Rolle dafür, ob ein Fledermauskasten lange hält und von den Tieren angenommen wird. Besonders gut geeignet sind langlebige Kästen aus Holzbeton, die im Fachhandel erhältlich sind. Fällt die Entscheidung auf Holzkästen, gibt es einige Aspekte zu beachten:
unbehandeltes Massivholz verwenden
Innenseite rau oder mit Rillen für guten Halt
Außenseite glatt, damit Regenwasser gut abläuft
bei frei hängenden Kästen Dachpappe oder einen Anstrich mit pflanzlich basierendem Öl (Leinöl/-firnis) als Witterungsschutz verwenden
Anflugbrett immer unbehandelt lassen
dunkle Oberflächen (Farbe, Dachpappe) fördern die Erwärmung des Kastens
Standort und Anbringung
Der richtige Standort ist entscheidend dafür, ob ein Kasten angenommen wird.
mindestens 3 m, besser 4–5 m hoch anbringen
freier Anflug ohne Äste oder Sträucher
Kästen an Gebäudeecken werden besser angenommen als mittig auf der Fassade
mehrere Kästen können in kleinen Gruppen angebracht werden
verschiedene Himmelsrichtungen anbieten (bevorzugt Südost, Süd und Südwest; auch Ost und West möglich)
keine nächtliche Beleuchtung
zugluftgeschützt und fest montieren
nicht über Hauseingängen oder Sitzplätzen anbringen (alternativ Kotbrett verwenden)
an Bäumen nur rostfreie Aluminiumnägel verwenden
Fledermauskästen lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst bauen – eine schöne Aktion für Familien oder Kindergruppen. Noch wichtiger als der Kasten selbst ist jedoch eine naturnahe Umgebung mit heimischen Pflanzen und einem großen Insektenangebot. So steigen die Chancen, dass die lautlosen Jäger der Nacht schon bald in Ihrem Garten oder am Haus einziehen.
Text: Daya

