Art des Monats: Die Knoblauchkröte
Jeden Monat möchten wir euch eine heimische Art aus dem Leipziger Auwald vorstellen. Die Mitarbeitenden der Auwaldstation haben zahlreiche Vorschläge gesammelt und im Team für zwölf Tiere und Pflanzen im Jahr 2026 abgestimmt. So sind unsere „Arten des Monats” entstanden. Freut euch auf spannende Fakten jeden Mittwoch in den sozialen Medien und am Ende jedes Monats als Artikel auf unserer Website.
Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ist mit ihren maximal 8 cm eine relativ kleine Krötenart. Sie ist gut an ihrem plumpen, gedrungenen Körper, sowie den goldgelben Augen mit schlitzförmigen Pupillen zu erkennen. Sie ist beige gefärbt und besitzt auf ihrem Rücken dunkelbraune oft länglich gestreckte Flecken, durch die man einzelne Tiere voneinander unterscheiden kann. Man sollte sich allerdings nicht von ihrer Größe täuschen lassen, denn sie kann sehr angriffslustig sein. Bei Gefahr kann die Knoblauchkröte ein Sekret absondern, das nach Knoblauch riecht und Fressfeinde abschrecken soll. Aber sie hat auch noch andere Tricks auf Lager. Manchmal greift sie ihre Feinde aktiv an und beißt zu, während sie laute Schreie ausstößt. Auch durch ein Aufblähen beeindruckt sie ihre Gegner.
Man bekommt die Knoblauchkröte aber eher selten zu sehen, da die sie nachtaktiv ist. Nicht umsonst gehört sie zu den europäischen Schaufelfußkröten, denn tagsüber vergräbt sie sich im Boden. Dafür hat sie kräftige Hinterfüße mit verhornten Auswüchsen. Unter der Erde ist sie vor Feinden und dem Austrocknen geschützt.
Im Frühjahr wandern Knoblauchkröten zu Stillgewässern, um sich dort zu paaren, dabei sind ihre Rufe verhältnismäßig leise und werden teilweise von den Kröten auch unter Wasser abgegeben. Knoblauchkröten geben tausende Eier in langen Schnüren ab, die sie an Wasserpflanzen hängen. Aus diesen entwickeln sich riesige Kaulquappen. Die Knoblauchkröte selbst ist zwar sehr klein, aber dafür sind ihre Kaulquappen umso größer. Diese können bis zu 20 cm lang werden! Bei dieser Größe müssen die Kaulquappen viel fressen, weshalb Knoblauchkröten am liebsten in nährstoffreichen Gewässern laichen.
Nach der Paarung machen sich die Kröten wieder auf zu ihrem eigentlichen Lebensraum, wie z.B. offenen Agrarflächen oder Heidelandschaften. Dabei bevorzugen sie lockere, sandige Böden, in die sie sich gut eingraben können. Knoblauchkröten kommen in vielen Tiefländern Ost- und Mitteleuropas vor und sind auch bei uns in Ostdeutschland häufig zu finden.
In Acht nehmen muss sich die Knoblauchkröte vor allem vor Vögeln wie dem Waldkauz, Graureiher, Mäusebussard und Rotmilan. Aber auch Spitzmäuse und Wildschweine könnten gefährlich für die Knoblauchkröte werden. Die Knoblauchkröte selbst wiederum frisst hauptsächlich Käfer, Schmetterlingslarven, kleine Schnecken und Regenwürmer. Knoblauchkröten sind bundesweit gefährdet und europaweit nach FFH-Richtlinie streng geschützt. Besonders der Verlust ihres Lebensraumes durch die intensive Landwirtschaft und den Pestizideinsatz, und der Verlust ihrer Laichgewässer machen ihr zu schaffen. Um sie und damit viele weitere Tier- und Pflanzenarten zu schützen, steht der Lebensraumschutz an erster Stelle.
Text: FÖJ

