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Eine kleine Lücke mit großem Effekt für Igel

Hindernis für den Igel: ein Hasendraht unter einem Zaun, Foto: Daya Södje (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Hindernis für den Igel: ein Hasendraht unter einem Zaun, Foto: Daya Södje

Eine naturnahe Umgebung mit heimischen Pflanzen, Laubhaufen und Versteckmöglichkeiten kann für Igel ein wertvoller Lebensraum sein. Doch was nützt der schönste igelfreundliche Fleck Erde, wenn der Igel gar nicht dorthin gelangen kann? 


Igel sind nachts auf Nahrungssuche und legen dabei erstaunliche Strecken zurück. Sie wandern durch private Gärten, Schrebergärten und andere Grünanlagen und folgen dabei hauptsächlich ihrer Nase, um Käfer, Raupen und Regenwürmer zu finden und zu verspeisen. Sie kennen keine Grundstücksgrenzen, es sei denn, diese werden zu unüberwindbaren Barrieren. Bei ihren Streifzügen begegnen Igel leider viel zu häufig undurchlässige Zäune, hohe Stufen oder Mauern. Diese schränken die Igel bei der Suche nach Nahrung, einem Versteck für den Tag oder einem Winterquartier stark ein und verringern somit ihre Überlebenschancen.


Bereits eine kleine Öffnung kann einem Igel den Weg freimachen. Der Durchschlupf sollte die Mindestmaße von 10 × 10 cm haben, damit er problemlos hindurchpasst. Solche Durchschlupfe können beispielsweise unter Gartentoren geschaffen oder direkt in den Zaun integriert werden. Dafür können Zaunlatten etwa 10 cm über dem Boden enden, mit ausreichend Abstand zueinander angebracht oder unten an einzelnen Stellen gekürzt werden. Noch besser als ein Zaun oder eine Mauer mit Durchschlupfmöglichkeit ist eine naturnahe Hecke. Sie bietet nicht nur Sichtschutz, sondern schafft gleichzeitig Lebensraum, Versteck- und Nistmöglichkeiten für zahlreiche Tiere. 


Igel können sich in ihrer Umgebung gut orientieren und sich Wege und Durchschlupfmöglichkeiten ganz genau merken. Haben sie eine geeignete Verbindung zwischen zwei Flächen gefunden, nutzen sie diese immer wieder. Wichtig ist, dass die Öffnung dauerhaft frei bleibt und nicht durch Blumentöpfe, Holz oder andere Gegenstände versperrt wird. Es ist besonders hilfreich, wenn möglichst viele benachbarte Grundstücke ihre Flächen mit Durchschlupfmöglichkeiten miteinander verbinden. Ein einzelner Durchschlupf ist gut, ein ganzes Netz aus verbundenen Flächen ist besser.


Ein Blick auf das eigene Grundstück und die Umgebung kann sich lohnen. Wo könnte ein Igel entlanglaufen und wo würde er plötzlich nicht mehr weiterkommen? Vielleicht lässt sich an einer Stelle eine kleine Lücke schaffen oder eine Stufe so gestalten, dass sie für Igel passierbar wird. So kann eine einzelne Fläche Teil eines viel größeren Lebensraums werden.

 

Text: Daya Södje