Nichts für den Abfluss: Acrylreste
Wer malt nicht gern mit leuchtenden, bunten Acrylfarben? Wer sie jedoch regelmäßig verwendet und fälschlicherweise im Abfluss entsorgt, riskiert, dass sich mit der Zeit Ablagerungen in den Abwasserleitungen bilden und diese verstopfen.
Wo liegt das Problem?
Acrylfarben bestehen aus feinen Farbpigmenten, die teilweise schädliche chemische Verbindungen und Schwermetalle enthalten können. Damit die Pigmente in der Farbe gebunden bleiben, wird ein Kunststoffbinder eingesetzt. Dieser enthält Kunststoffe, die beim Entsorgen der Farbreste über das Abwasser als Mikroplastik in die Umwelt gelangen können. Da die Partikel sehr klein sind, können Kläranlagen sie nicht vollständig herausfiltern. Auch die Farbpigmente selbst können zum Problem werden: Werden Acrylfarbreste über den Abfluss entsorgt, können sie sich in den Rohren ablagern und diese mit der Zeit verstopfen. Eine professionelle Reinigung der Leitungen kann dann teuer werden.
Was können wir nun dagegen tun?
Es gibt mehrere Möglichkeiten das Problem anzupacken. Eine einfache Möglichkeit ist, die Acrylwasserreste mit Katzenstreu zu vermischen, sodass die Flüssigkeit gebunden wird. Allerdings lässt sich das Gemisch dadurch nicht vollständig trocknen. Es gilt daher weiterhin als Sondermüll und sollte entsprechend bei Schadstoffannahmestellen entsorgt werden.
Die bessere Lösung sind speziell entwickelte Flockungsmittel. Sie bestehen aus zwei Wirkstofflösungen, mit denen das Acrylwasser aufbereitet wird. Die erste Lösung stellt den passenden pH-Wert ein, die zweite sorgt dafür, dass Farbpigmente, Mikro- und Nanoplastik sowie der Kunststoffbinder ausflocken. Die entstandenen Flocken lassen sich anschließend mithilfe von Filterpapier aus dem Wasser entfernen. Sind die Rückstände vollständig getrocknet, können sie laut Anleitung des jeweiligen Produkts im Restmüll entsorgt werden.
Doch die Farbreste müssen nicht zwangsläufig im Müll landen: Die farbigen Filterrückstände lassen sich teilweise direkt wiederverwenden. So können die enthaltenen Pigmente erneut zum Malen genutzt werden und gelangen zurück in den Materialkreislauf. Wer häufig mit Acrylfarben malt, sollte deshalb über die Anschaffung eines geeigneten Flockungsmittels nachdenken und verantwortungsbewusst mit den Acrylwasserresten umgehen und sie filtern.
Unser Tipp: Überlegt euch, was mit eurem Acrylwasser passiert, bevor ihr es entsorgt. Wer Farbreste richtig auffängt und filtert, schützt die Abwasserleitungen und hilft dabei, Kunststoffe und möglicherweise schädliche Stoffe nicht unnötig in die Umwelt gelangen zu lassen.
Text: Fenja Pioch – FÖJ 26/27

