Aufs Glatteis geführt

Foto: Pixabay

In der letzten Woche bekamen wir Väterchen Frost wieder deutlich zu spüren. Die Wege zur Auwaldstation waren spiegelglatt. Im Stadtgebiet beobachten wir, dass viele in solchen Situationen noch immer zum Streusalz greifen. Jedoch ist dies seit September 2022 gemäß § 5 der Winterdienstsatzung der Stadt Leipzig untersagt. Salz darf nur in Ausnahmefällen wie beispielsweise bei Eisregen verwendet werden und nur, wenn andere abstumpfende Streumittel nicht ausreichend wirken.

Diese Maßnahme ist verständlich, da jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Streusalz auf deutschen Straßen und Gehwegen landen. Die kontinuierliche Verwendung von Salz bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Umwelt. Die Anreicherung von Salz in unseren Böden beeinträchtigt die Wasseraufnahme unserer Bäume, was zu deren Vertrocknung trotz ausreichender Bodenfeuchtigkeit führen kann. Braunfärbung der Blattränder, vorzeitiger Laubfall und Kümmerwuchs sind im Frühjahr und Sommer sichtbare Folgen. Ähnliche Auswirkungen hat die hohe Salzkonzentration auf Gewässerorganismen. » weiterlesen

Auwaldstation wieder für Besucher geöffnet!

Liebe Freunde und Freundinnen der Auwaldstation,

Foto: F. Seidel

wir freuen uns, mitteilen zu können, dass die Auwaldstation ab sofort wieder ihre Türen für Besucher geöffnet hat.

Unsere Baumplattform mit einer Ausstellung zur Baumkronenforschung sowie unsere Ausstellung zum Thema Auen können Sie nun wieder dienstags bis freitags von 09:00 – 16:00 Uhr sowie an den Wochenenden von 10:00 – 16:00 Uhr besichtigen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Black Friday

Foto: Tina Borghardt

Ein Tag voller vermeintlicher Schnäppchen an jeder Ecke, die uns glauben lassen, wir bräuchten mehr. Doch machen sie uns wirklich glücklich? In der Vorweihnachtszeit, der Zeit der Nächstenliebe, sollten wir uns besinnen, was wirklich zählt.

Uns geht es gut, und deshalb können wir mit gutem Gewissen den Schwächsten zurückgeben. Vögel, die gegen Fensterscheiben geflogen sind, Rehe, die von Autos angefahren wurden, oder Igel, die vom Mähroboter erwischt wurden – oft sind diese Tiere durch die Schuld von Menschen zu Schaden gekommen. Es ist unsere Pflicht, ihnen zu helfen. Wildtierauffangstationen, privat finanziert und auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, retten das Leben von vielen Wildtieren, die gejagt, im Straßenverkehr verletzt oder durch die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht sind. Sie benötigen dringend finanzielle Unterstützung für Futter, Unterbringung und medizinische Versorgung.

In manchen Stationen überwintern jedes Jahr 150 bis 200 Igel, und die Pfleger arbeiten über ihre Belastungsgrenzen hinaus. Allein die Auwaldstation hat in diesem Jahr mehr als 70 Anrufe wegen verletzter oder geschwächter Igel erhalten. Der Bedarf an Auffangstationen ist riesig. Respekt an die Wildtierretter, die sich neben ihrem Beruf ehrenamtlich und auf eigene Kosten für unsere Wildtiere einsetzen!

Es ist eine schwarze Zeit für Wildtiere. Wir wünschen uns, dass die Arbeit von Pflegestellen mehr Wertschätzung findet und am Black Friday Geld an Stellen investiert wird, die es wirklich brauchen. Eure Unterstützung macht den Unterschied!

Spenden könnt ihr unter anderem an die folgenden Pflegestellen: Tina Borghardt @sunny.and.buddys, Jens Hörig @naturesupportnews und das Team der @Wildvogelhilfe_leipzig.

Herbstzeit ist Umgrabzeit, oder?

Wir erklären euch, warum ihr eurem Boden etwas Gutes tut, wenn ihr auf das jährliche Umgraben verzichtet.

Nicht nur wir bekommen in diesen Tagen schnell kalte Füße. Auch Bodenorganismen, flachwurzelnde Pflanzen und Lebewesen der Streuschicht sind kälteempfindlich. Was wir besonders jetzt tunlichst vermeiden sollten, ist den Boden freizulegen. Zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit werden Beete nicht umgegraben, sondern mit einer dicken Mulchschicht aus Laub bedeckt. Dies schützt den Boden vor Frost und Austrocknung, verhindert das Auswaschen von Nährstoffen und unterdrückt den Wuchs von Beikräutern im Frühjahr.

Wird die obere Bodenschicht hingegen aufgebrochen und gewendet, sterben viele der Lebewesen aufgrund von Sauerstoffmangel oder Trockenheit. Denn die Bodenorganismen sind auf individuelle Lebensbedingungen angewiesen, die sie nur in einer bestimmten Bodentiefe vorfinden. Damit kommen auch zahlreiche Stoffwechselprozesse, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind, vorübergehend zum Erliegen, zum Beispiel der Abbau von Humus in Pflanzen verwertbare Nährstoffe.

Verzichten wir hingegen auf das Umgraben und decken die schlafenden Beete zu, sparen wir Zeit und steigern den Ertrag unseres Beetes durch die erhöhte biologische Aktivität und die damit verbundene Wärmeproduktion. Auch so mancher Gartenvogel freut sich über die zahlreichen Krabbeltiere unter der dichten Mulchdecke.

Die Tierwelt im Auwald mit den JuNa

Schönstes Herbstwetter begleitete uns bei unserem gemeinsamen Treffen der neuen JuNa im Oktober. Anfangs bestaunten alle Kinder die Tierpräparate im Hof der Auwaldstation. Wir unterhielten uns darüber welch spannender Beruf wohl hinter dieser besonderen Arbeit stecken mag. Alle waren sehr neugierig und wollen sehr gerne mehr darüber erfahren.

Ein kleines Kennenlernspiel hat uns geholfen alle unsere Namen nochmal zu erinnern und uns dabei zu bewegen. Nun bekam jedes JuNa-Kind eine Eintrittskarte für den Wald, ein Ulmenblatt.

Anschließend ging es in Richtung Dianatempel, ein kleiner weißer Pavillon am Teich nahe der Auwaldstation. Hier haben alle still einer Geschichte gelauscht, die von unserer Begleiterin Cara vorgetragen wurde. Danach ging es in kleinen Gruppen los, die ganzen Merkmale und Lebewesen einzusammeln. Rings um den Teich waren sie verteilt und jede Gruppe hatte ein bis zwei Tierklassen zu finden. Die älteren erfahrenen Kinder halfen den jungen JuNa dabei, die passenden Merkmale zu finden und sie tauschten oder berieten einander auf dem Suchpfad. Am Ende kamen wir zusammen und besprachen die Tierklassen und die  Auswahl der Gruppen. Wir haben dabei einen guten Überblick über die Welt der Wirbeltiere bekommen und fast alle der gefunden Tiere leben sogar im schönen Auwald.

Beinahe haben wir die Zeit vergessen, wollten wir doch noch viel weiter in den Wald hinein – eben diese Tiere entdecken. Die Sachen gepackt liefen wir los, vorbei am Märchenbaum, einer ehrwürdigen alten Hainbuche, über die Brücke kamen wir zu einer Landzunge am Rande des Waldes. Hier haben wir uns über die einzigen fliegenden Säugetiere bei uns unterhalten und das wunderbare Fledermausspiel gespielt.

Zurück im Hof der Auwaldstation stimmten die JuNa über ihren Namen ab, denn irgendwie wollten sie ja heißen. Noch konnten sie sich nicht so entscheiden, dass alle einverstanden sind. Deshalb werden wir uns beim nächsten Treffen neu dazu beraten.

Zum Abschluss hat jedes Kind eine Futterstation für Zuhause am Fenster oder Balkon gebastelt, ganz einfach aus einem alten Milchkarton. Die JuNa können nun auch am Fenster daheim Vögel beobachten, ihr Verhalten erforschen und sie dabei über den Winter bringen. Beim nächsten Treffen können wir uns gegenseitig unsere Entdeckungen erzählen.

Es war wieder ein toller JuNa Tag im herbstlichen Auwald!